Das ist richtig oder falsch. Das ist gut oder schlecht. Das ist einfach oder schwer. Er/Sie ist hübsch oder hässlich. Er/Sie ist zu dick oder zu klein, zu schlau oder zu dämlich. Diese Sätze tauchen immer und immer wieder in unserem Kopf auf; sie sind ein regelrechtes Programm, das abläuft: Bewertungen. Aber während diesem Prozess des kontinuierlichen Urteilens, das unser Leben diktiert, vergessen wir eine wesentliche Sache komplett.

“Je weniger du urteilst, desto mehr liebst du.“

Jeder von uns sehnt sich so unglaublich, nahezu verzweifelt, nach dem wahrscheinlich größten Wunsch der Menschheit: wahrer, reiner, bedingungsloser Liebe. Und ja, ich verwende hier ganz bewusst das Wort „bedingungslos“, denn es schließt in seiner Bedeutung automatisch die „Konditionen“ (Bedingungen) aus. Bedingungslos zu lieben fordert von uns, alle antrainierten Gedankenmuster und Glaubenssätze loszulassen. Nicht mehr in gut oder schlecht zu denken; den inneren Richter in uns loszulassen. Allerdings ist dieser Vorgang für die meisten von uns eine große Herausforderung, denn wir lassen dieses Programm die ganze Zeit mental abspielen. Alles, jeden, in jedem Moment – vollkommen unbewusst. Wir wurden ja regelrecht darauf „programmiert“, alles was wir wahrnehmen als gut oder schlecht, als vorteilhaft oder nachteilig, als nett und freundlich oder unsympathisch zu bewerten. Unser Kopf urteilt den gesamten Tag lang. Wir sind von Urteilen umgeben, die ganze Zeit. Jeder tut es. Die Welt da draußen lebt es uns vor. Sei es im Fernseher, über unsere Kultur, Religion, die Wissenschaft, usw. Wir halten an dem Kategorisieren, Vorurteilen und Vergleichen regelrecht fest.

Je mehr wir unbewusst in unserem Kopf verharren und all diese Programme wie eine Schallplatte ablaufen lassen, desto mehr verlieren wir den Zugang zu unserer angeborenen Fähigkeit, die Welt und die Menschen mit dem Herzen zu betrachten. Bewerten ist ein Prozess, der unseren natürlichen, bedingungslosen Zustand der Liebe mindert. Dieser Prozess mindert unsere Fähigkeit, die Schönheit um und in uns erkennen zu können. Natürlich, uns wurde von immer und immer wieder gesagt und gezeigt, dass wir nicht gut (genug) sind. Somit projizieren wir diese Wahrnehmung automatisch in die Welt da draußen. Aber hast du dich jemals gefragt, ob diese Meinung irgendetwas Wahres mit sich bringt und ob sie irgendjemandem gut tut oder weiterbringt?

Beurteilen führt zu Polarisierung und führt uns weg von dem magischen Geschenk, unsere Existenz mit vollem Bewusstsein zu erfahren. Man könnte sagen: Sobald du anfängst in diesen Vergleichen zu denken, wirst du vom Hier und Jetzt, vom gegenwärtigen Moment, weggelenkt. Urteile haben zwar einen bestimmten Grund, denn ohne sie würden gewisse Standards im Leben komplett zerfallen. Allerdings würde ich sogar in diesem notwendigen Fall des „Urteilens“ sagen, dass wir auch „bewusst unterscheiden“ können anstatt urteilen. Das heißt, zu unterscheiden, was angemessen oder eben nicht angemessen ist, wenn es um bestimmte Lebenssituationen oder Regeln im Umgang miteinander geht; um eine gewisse Struktur in der Gesellschaft aufrecht zu erhalten.

Aber wenn es darum geht, voll und ganz, bedingungslos zu lieben, bedarf es einen Schritt in den Zustand des Bewusstseins. Auf das „ganze Bild“ zu blicken, voll und ganz aus dem Herzen heraus. Wahre Liebe kann nur bedingungslos stattfinden, ohne Angst und ohne Bewertungen. Wahre Liebe trägst du schon immer in dir. Beurteilen kommt eher von der Ego-Perspektive aus dem Zustand des Getrenntseins von allem und jedem. Im Gegensatz dazu ist Liebe ein Zustand, der aus vollem Bewusstsein heraus passiert. Ein Zustand, in dem du erkennst, dass wir alle dasselbe Bewusstsein teilen; und uns alle nur in unterschiedlicher Erscheinung ausdrücken, was wiederum so sein soll; was absolut richtig und schön ist, wie es ist.

Nimm‘ einen Atemzug. Werde dir einfach dieser Tatsache bewusst. Fühl‘ dich nicht schlecht, wenn du dich wieder in dem Zustand des Beurteilen ertappst. Das wird passieren, es passiert die ganze Zeit. Aber werde dir erstmal bewusst darüber, dass diese Gedanken dich davon abhalten, voll und ganz zu lieben. Sobald du dich also wieder in diesem unbewussten Muster des Urteils wieder findest: Mach‘ einen Schritt zurück. Werde dir einfach nur bewusst darüber, was gerade passiert und wähle aus diesem Bewusstsein heraus, welche Perspektive zu „wirklich“ einnehmen möchtest: zu bewerten und urteilen oder zu lieben? Denn „Je mehr du urteilst, desto weniger liebst du“, wie es der französische Schriftsteller Honoré de Balzac einst so trefflich ausgedrückt hat. Ich wollte diesen Satz für meinen Artikel aber umdrehen, weil ich Aussagen lieber positiv formuliere – „Je weniger du urteilst, desto mehr liebst du.“

Meine Lieben, wahre Liebe ist unendlich. Sobald du deinen inneren Richter loslässt, wirst du das Göttliche in jedem erkennen können, sogar in die selbst. Und das ist die wahre Kraft der bedingungslosen Liebe.

Hab‘ einen ganz wundervollen Tag und verbreite deine Liebe!

Alles erdenklich Gute & Namasté,

deine Isabel!

3 thoughts on “Quote-Spiration #3”

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