Wissen vs. Weisheit | Was wissen wir wirklich?

Ihr Lieben!

Wissen (bezogen auf „Intellekt/Intelligenz“) versus Weisheit: Zwei Aspekte, die wir oftmals als ein und dasselbe auslegen. So bezeichnen wir intelligente Leute gleichzeitig als weise. Allerdings gibt es Unterschiede zwischen den zwei Begriffen, die eigentlich keine Synonyme sind. Was ich oftmals in unserer Gesellschaft, in der Wissenschaft oder in Ernährungs- bzw. Lebensstil-Empfehlungen beobachte, ist ihre Einseitigkeit. D.h. sie richten ihre komplette Aufmerksamkeit lediglich auf einen dieser Aspekte und vernachlässigen den anderen gänzlich. In diesem Artikel möchte ich gerne meine Meinung zu dem Thema mit dir teilen. Aber lasst uns erstmal damit anfangen, was ich mit diesen zwei Begriffen überhaupt meine.

 

 

 

 

~ Wissen vs. Weisheit: Was ist der Unterschied? ~


In diesem Zusammenhang spreche ich von Wissen als Intelligenz, d.h. all jene Informationen, die wir aus dem Außen erwerben, um unser Umfeld zu verstehen. Dazu nutzen wir den rationalen Teil unseres Geistes und unsere Sinne. Wir finden dieses Wissen in Büchern, erhalten es von Lehrern, Religionen oder durch unsere eigenen Erfahrungen – alles, was wir über unsere Sinne erfahren und in unserem Gehirn verarbeiten, kann als Wissen bzw. Intelligenz bezeichnet werden. Dieses Wissen kann wahr, es kann aber auch falsch sein; nützlich und vorteilhaft, oder aber auch nachteilig.

„Um Wissen zu erwerben, füge jeden Tag etwas hinzu,
um Weisheit zu erwerben, entferne jeden Tag etwas.“
(Lao Tse)

Weisheit, auf der anderen Seite, ist eine „innere“ Form von Wissen, das tief in uns liegt. Es befindet sich von Geburt an in dir. Eine Art Kraft, die dich mit der natürlichen, vollkommenen Wahrheit verbindet. Weisheit kann dann erworben werden, wenn du deine Aufmerksamkeit nach innen richtest und dich mit deiner Intuition verbindest. Du kannst diese innere Wahrheit beispielsweise über ein starkes Gefühl wahrnehmen; wenn jemand zu dir spricht und du diese starke innere Resonanz wahrnehmen kannst. Diese Art von Wissen steckt schon immer in dir.

Wir finden aber auch Korrelationen zwischen diesen beiden Teilen. Weisheit kann durch Wissen gestärkt werden, durch die Fähigkeit, sich Wissen effektiv anzueignen. Dieses angeeignete Wissen ist für deine täglichen Alltag notwendig – d.h. beide Aspekte sind unerlässlich. Wissen braucht Weisheit im Prinzip nicht, aber andersrum baut die Weisheit auf Wissen auf. Lasst uns ein anschauliches Beispiel an die Hand nehmen, um diese theoretischen Definitionen ein wenig greifbarer zu machen:

„Wissen bedeutet zu wissen, dass die Tomate eine Frucht ist.
Weisheit bedeutet, die Tomate nicht in einen Fruchtsalat zu mischen.“

 

 

 

 

~ Westliche vs. Fernöstliche Ansätze ~


Besonders die westliche Welt schenkt dem Wissen, dem rationalen Lernen und Verstehen von Dingen, ihre ganze Aufmerksamkeit. Nehmen wir die Wissenschaft her: Daten, Messungen, Fakten, Berechnungen, Zahlen – das macht unsere Wissenschaft aus. Du kannst erst etwas glauben und womöglich verstehen, wenn du es siehst. Es ist natürlich sehr hilfreich, seine Informationen von Experimenten und Beobachtungen zu erhalten. Aber ist es die ultimative und einzige Wahrheit, auf die wir uns berufen können?

Im Gegensatz zur westlich basierten Wissenschaft haben wir fernöstliche Ansätze, die eher philosophisch ausgelegt sind, empirisch, auf Traditionen basieren und auch immer die energetische Ebene mitansehen. Somit könnte man deren Wissen vielmehr als eine spirituelle Form bezeichnen, die unserer inneren Weisheit, unserem Bewusstsein Beachtung schenkt bzw. den Aspekt als die Basis unseres Wissens betrachtet.

“Du wirst es sehen, wenn du es glaubst.”
(Wayne Dyer)

Dieses Zitat von Wayne Dyer unterstreicht nochmal den spirituellen Ansatz, wie unsere Welt funktionieren mag. D.h., die Grundenergie aller Existenz sind unsere nicht sichtbaren Gedanken, Vorstellungen und Glaubenssätze. Die Kraft dieser Energie ist dazu fähig, Dinge in unserer dreidimensionalen Realität zu manifestieren, so wie wir sie über unsere Sinne wahrnehmen. Auf der anderen Seite dreht die westlich basierte Wissenschaft diesen Satz komplett um und sagt: Alles muss zuerst über unsere Sinnen wahrgenommen werden, um es letztlich auch glauben zu können; um es als Wahrheit anzuerkennen.

Lasst uns einen Blick auf eine Aussage von dem Physiker Einstein werfen, der aber gleichzeitig ein Suchender nach Weisheit war,

“Logik wird dich von A nach B bringen.
Vorstellung wird dich überallhin bringen.“

Alles, was wir im Außen wahrnehmen und über unseren rationalen Verstand verarbeiten ist in seiner Kapazität begrenzt. Unsere innere Wahrnehmung ist dagegen unendlich. Wir sind als menschliche Wesen mit dem Geschenk gesegnet, unsere innere Welt zu nutzen. Nicht nur, um Tagträume von unseren Wünschen und Sehnsüchten ablaufen zu lassen. Aber vor allem, um diese innere Wahrheit, die Weisheit ausfindig zu machen, und diese in die Realität zu bringen.

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An der Stelle fällt mir noch ein weiteres Zitat ein, das gerade ausgezeichnet in diesen Kontext passt und von dem griechischen Weisen Sokrates stammt,

“Ich weiß, dass ich nichts weiß.”

…ich denke, diese Aussage fasst kurz und knapp unsere Unfähigkeit zusammen, alles um uns herum mit unserem (programmierten) Verstand erklären zu können. Außerdem kann man daraus schließen, dass je mehr wir lernen, desto mehr finden wir heraus, wie wenig wir eigentlich wissen. Und sind wir mal ehrlich: Was wissen wir wirklich? Alles, was wir lernen und erzählt bekommen sind Geschichten oder Erklärungen, die vom Menschen stammen. Ja, wir wissen, wie wir Gegenstände zu benutzen haben, wie wir unser Leben leben können – wie alle anderen -, aber verstehst du wirklich, worum es hier im Leben genau geht, woher alles im tiefsten Ursprung entstammt, etc.? Wenn du die Grenzen deines Wissens anerkennst, wird dich das in einen immerwährenden Zustand von Neugier führen. Du wirst jeden Tag dazu bereit sein, etwas Neues zu entdecken. Du kannst aus der Perspektive auf die Welt schauen, als würdest du sie jeden Moment komplett neu entdecken; als ob alles ein Wunder wäre – und das ist es auch! Wenn du dir dessen bewusst wirst, dass du im Prinzip nichts weißt, wirst du neugierig sein, die Welt entdecken zu wollen; du wirst anfangen, den Dingen deine volle Aufmerksamkeit zu schenken, was dich wiederum in einen Zustand der Achtsamkeit versetzt; und letzten Endes wirst du mehr und mehr im Hier und Jetzt ankommen.

Ich denke, was wir Menschen letzten Endes aus diesem Zitat ziehen können, ist in diesem Zustand der Offenheit zu verbleiben, ganz egal wie alt wir sind: zu lernen, zu erfahren, sich auszutauschen, zuzuhören, der inneren Stimme zu lauschen und all diese essentiellen Teilaspekte zu nutzen, um dich der Wahrheit anzunähern.

 

 

 

 

~ Meine holistische Sichtweise auf Wissen und Weisheit  ~


Es ist ein sehr hilfreicher und auch notwendiger Prozess, sich Wissen rational anzueignen, den ich als Teil des Ganzen wirklich sehr zu schätzen weiß. Ich bin sehr dankbar dafür, dass ich mir all dieses Wissen in der Schule, von meinen Eltern und in meinem Studium der Ernährungswissenschaften aneignen konnte. Ich bin dankbar dafür, dass ich nun wissenschaftliche Studien lesen, verstehen, interpretieren und bewerten kann. Aber ich denke nicht, dass man ausschließlich auf Basis dieser Theorien und Hypothesen weise Entscheidungen treffen kann. Ja, es ist definitiv notwendig, sich das Wissen im Außen zu erwerben, um sich in der Welt überhaupt zurecht zu finden. Aber an diese begrenzte Sichtweise, Glaubensweise oder gar in einem Dogma zu verharren, lässt einen wesentlichen Teilaspekt des Ganzen nicht zu. Wenn wir nicht akzeptieren, dass nicht alles rational erklärbar ist, könnte man das eigentlich als Ignoranz bezeichnen.

Nachdem ich mit der fernöstlichen (indischen) Philosophie, deren alten Weisheiten in Bezug auf die Lebensweise, Nahrung, Ethik, etc. in Kontakt gekommen bin, konnte ich nach und nach einen Schritt aus meiner bislang erworbenen Perspektive heraus machen; nachdem ich über Dinge gelernt habe, von denen ich zuvor noch nie etwas gehört hatte, die aber auf einer tieferen Ebene mit mir in Resonanz getreten sind. Vor allem meine spirituelle Yogapraxis, die vor allem aus Pranayama, Asanas und Meditation besteht, führt mich in den Prozess, mich einer höheren Weisheit zu öffnen.

“Andere zu kennen ist nichts als Wissenschaft; sich selbst zu kennen ist pure Weisheit.
Andere zu verstehen ist Stärke; sich selbst zu verstehen ist wahre Macht.
Wenn du verstehst, dass du genug hast, bist du wahrhaftig reich.“

(Lao Tse)

Für mich persönlich habe ich soweit feststellen können, dass ich alle Perspektiven integrieren möchte, um meine eigene Wahrheit daraus zu ziehen. Das heißt, ich kombiniere Ergebnisse aus der Wissenschaft mit traditionellem (uralten) Wissen, ziehe mir die Essenzen heraus, gleiche sie mit meinen eigenen Erfahrungen ab und was auch immer dabei herauskommt, wird ein Teil meiner Wahrheit, die ich gerne mit euch teilen möchte. Was mir aber besonders wichtig ist: Ich versuche immer in der Neugier zu bleiben und nicht in einem „endgültigen“ Zustand.

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Vielen Dank, lieber Leser, dass du auch meiner heutigen message gefolgt bist.

Alles erdenklich Liebe!

Namasté,

deine Isabel!

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