Nahrung, Körper und Geist | Du bist was du isst?

Ist Essen nicht eines der intimsten Dinge überhaupt? Ich meine, wir können mit nichts und niemand anderem so sehr miteinander „verschmelzen“ als wir es täglich mit unserer Nahrung tun. Obwohl wir unseren Partner lieben, wir können ihn nicht aufessen und Teil von uns selbst werden lassen … „Du bist was du isst!“ Wahrscheinlich hast du diese Aussage schon das ein oder andere Mal gehört. Wie stehst du dazu? Spricht der Satz für sich oder ist er viel zu überspitzt dargelegt?

Die Aussage „Du bist was du isst“ geht auf den deutschen Philosophen Ludwig Feuerbach zurück. Zu seiner Zeit (1804-1872) prägte der Glaube an den rationalen Verstand die Gesellschaft. Der Philosoph Feuerbach war anderer Meinung und stellte sich dem Rationalismus entgegen. Sein Gegenüber war René Descartes, auf den die bekannte Aussage „Ich denke, also bin ich“ zurück geht; ein Verfechter des menschlichen Verstandes und Gründer des Rationalismus.

Welche Lebensmittel und Speisen wir essen geht meist auf Tradition und Kultur zurück. Allerdings können sich gewisse Gewohnheiten ändern, wenn wir von Körper oder Verstand bestimmte Signale erhalten. Sei es eine Unverträglichkeit, eine Krankheit oder weil wir uns mehr mit dem Thema Ernährung, seinen ethischen und ökologischen Auswirkungen auseinandersetzen.

Über den Effekt von Nahrung auf den menschlichen Körper, Geist und die spirituelle Entwicklung habe ich in meinen letzten Artikeln geschrieben. Unser Körper-Geist-System ist eng miteinander verwoben. Das heißt: Alles, was du in deinen Mund steckst, wirkt sich physisch, mental und emotional auf dich aus. Ich würde sogar soweit gehen und sagen, dass Körper und Geist ein und dasselbe sind. Nur, dass sie unterschiedlich wahrgenommen werden; der Körper sichtbar, die Gedanken und Gefühle nicht sichtbar. Das folgende Zitat bringt es direkt auf den Punkt:

“Der Geist sitzt in jeder Zelle deines Körpers.”
(Candace Pert)

Nicht nur in unserem physischen Körper, sondern auch in unserer Nahrung sitzt eine gewisse Feinstofflichkeit, die man nicht augenscheinlich erfassen kann. Was auch immer du in deinen Körper lässt, es beeinflusst dich auch auf subtile Weise. Können wir nun ganz einfach schlussfolgern „Du bis was du isst“? Stimmst du dem Philosophen Feuerbach zu?

Ich möchte dem Thema gerne etwas tiefer auf den Grund gehen und meine Gedanken dazu mit dir teilen. Viel Freude beim Lesen.

 

 

 

~ Nahrung und der Körper ~


Was du in deinen Mund steckst sagt so manches über dich aus. Fangen wir mit dem Körper an: Was benötigen wir Menschen um existieren zu können? – Fragt man einen Wissenschaftler oder aber auch einen spirituellen Lehrer, beide sind sich wahrscheinlich einig: Wir brauchen Energie. Diese Energie erhalten wir aus unterschiedlichen Quellen:

  • Nahrung
  • Natur (Sonne, Wasser, Sauerstoff)
  • Liebe (Beziehungen, Partnerschaft)
  • körperliche Aktivität
  • berufliche Aufgaben („Lebensaufgabe“)
  • spirituelle Praxis

All‘ diese Aspekte können uns Energie schenken und unsere Gesundheit beeinflussen. Essen ist somit nur ein Teil des kompletten Puzzles, aber ein relativ wichtiger.

Der menschliche Körper besteht aus einigen Trillionen Zellen, die sich zu Geweben und Organen formen. Diese Zellen sind in konstantem Auf-, Ab- und Umbauprozess. Dazu werden Energie, neues „Baumaterial“ und Katalysatoren benötigt, um den Stoffwechsel aufrecht zu erhalten. Nahrung versorgt uns mit den Makronährstoffen Kohlenhydrate, Proteine und Fette, die eine lange Reise durch unseren Verdauungstrakt auf sich nehmen. Die komplexen Nährstoffe werden zu kleineren Partikeln abgebaut, welche letztlich in unserem Blutkreislauf landen:

  • Glukose wird vom Körper am schnellsten und einfachsten zu Energie umgewandelt. Auf zellulärer Ebene entsteht daraus das sogenannte ATP (Adenosintriphosphat), unser „Energiemolekül“.
  • Proteine sind das Baumaterial für den Körper, sie werden im wahrsten Sinne des Wortes zu unseren Zellen, Geweben, Organen.
  • Vitamine und Mineralstoffe sorgen dafür, dass der Körper all seine Aufgaben ordnungsgemäß durchführen kann.

Kurzum: Nährstoffe bieten die Grundlage für Struktur und Funktion jeder einzelnen Zelle des Körpers.

Energie kann aber auch über andere Aspekte als ATP gewonnen werden. Hast du vielleicht schonmal bemerkt, dass du weniger hungrig bist, wenn du den ganzen Tag in der Natur, in der Sonne verbringst? Die Sonne ist die ursprüngliche Energiequelle allen Lebens. Dazu braucht man nur einen Blick auf das Wachstum der Pflanzen (Lebensmittel) werfen. Die Sonne ist im wahrsten Sinne des Wortes „Nahrung“ für alle Lebewesen, denn sie stimuliert auch die Vitamin D-Synthese in unserer Haut; ein essenzieller Nährstoff. Die Natur schenkt uns Nahrung, Wasser, Luft (Sauerstoff), Sonne und somit alles, was wir zum leben und gedeihen brauchen.

Aber als Menschen hungern wir auch nach Liebe, Berührung, Leistung und Erfolg, nach Kreativität und einem Weg, sich selbst auszudrücken, nach Aufregung, Abenteuer sowie nach spiritueller Entfaltung. All‘ diese Aspekte sind weitere Energielieferanten, vorausgesetzt man schenkt ihnen Aufmerksamkeit. Sie haben einen ebenso großen Einfluss und „formen“ Körper und Geist zu der Person, die wir letztlich sind.

 

 

 

 

 

~ Nahrung und der Geist ~


Der Verzehr von unterschiedlichen Lebensmittel spiegelt sich nicht nur auf körperlicher Ebene wider; auch deine Denkweise kann dadurch unterschiedlich beeinflusst werden. Im alten Indien sprach man schon vor langer Zeit von dem mentalen Einfluss der Nahrung:

“Die feinstoffliche Energie deiner Nahrung wird zu deinem Geist.”
(Die Upanishaden)

Sogar die Wissenschaft belegt einen direkten Zusammenhang zwischen Nahrung und Gemütszustand. Psychische Erkrankungen, wie Depression oder Angstzustände, werden mit bestimmten Ernährungsmustern in Verbindung gebracht (eher tierische als pflanzliche Lebensmittel) sowie mit der Darmgesundheit. Stichpunkt Gemütszustand: Wusstest du, dass über 90 % des „Glückshormons“ Serotonin im Darm (und nicht im Gehirn) produziert wird? Die Bedeutung des Darms darf in seinen Auswirkungen auf den gesamten Körper nicht unterschätzt werden.

Ich möchte diese enge Vernetzung zwischen Geist und Nahrung gern nochmal betonen: Was wir essen beeinflusst, wie wir uns fühlen. Wie wir uns fühlen beeinflusst, was und wie wir denken. Wie wir denken hat einen Einfluss auf unsere Handlungen, denn unsere Gedanken bestimmen, was wir tun. Unsere Handlungen werden zu Gewohnheiten, Teil unserer Persönlichkeit und mit unseren Handlungen erschaffen wir unsere Realität. Und alles hat seinen Ursprung auf der feinstofflichen Ebene.

“Wenn die Nahrung rein ist, dann ist der Geist rein.
Wenn der Geist rein ist, dann ist die Konzentration stabil. 
Ist die Konzentration vorhanden, dann kann man all die Knoten im Herzen lösen.“
(Die Upanishaden)

Die Nahrung manifestiert sich einerseits physisch im Körper, andererseits aber auch mental in Form von Gedanken. Man wählt immer die Lebensmittel aus, mit denen man auf einer „Wellenlänge“ bzw. Energiefrequenz schwingt. Wenn du mit deiner Auswahl, deinem Körper oder Gedanken unzufrieden bist, dann triff‘ eine andere Entscheidung. Du kannst jederzeit wählen, jeden einzelnen Moment. Spür hinein und beobachte, ob sich etwas verändert.

 

 

 

 

 

~ Deine Einstellung zum Essen ~


Wahrscheinlich ist dir schonmal eine Person über den Weg gelaufen, die sehr streng oder gar dogmatisch mit ihrer Ernährung umgeht. Sie verfolgt „gesunde Regeln“, weil sie die Wissenschaft oder irgendein Experte oder Guru vorschreibt. Ich spreche von Menschen, die ihre eigene Verantwortung an eine externe Instanz abgeben und sich davon Erfolg versprechen. Ist dir dabei auch aufgefallen, dass diese Personen oft einen sehr rigiden, verbissenen, manchmal sogar krankhaften oder essgestörten Eindruck machen?

Auf der anderen Seite kennst du wahrscheinlich Leute, die offensichtlich das ein oder andere Mal ihr Stück Kuchen genießen, nicht auf Schokolade verzichten und somit nicht immer die „gesündesten“ Dinge essen. Aber nach außen hin strahlen sie und machen einen glücklich(eren) Eindruck. Kennst du diese Menschen?

„Geht Gesundheit auf die Kosten einer zu strengen Diät,
dann ist die Ernährung wahrhaftig eine leidige Krankheit.“

(Francois Duc de La Rouchefoucauld)

Die Gedanken und Einstellung gegenüber deiner Nahrungsauswahl ist mindestens genauso wichtig wie das Essen selbst. Ich habe in meinem Artikel über die Bio-Individualität erwähnt, dass es nicht eine Form der Ernährung für Jedermann gibt. Was aber letztlich zählt, ist, dass du mit deiner eigenen Ernährung in Einklang bist, dich mit dem Essen, deinem Körper und Gedanken wohl fühlst. Wenn deine Einstellung dem Essen auf deinem Teller gegenüber eine bewusste und positive ist, dann wird sich das auch positiv auf deine Gesundheit auswirken. So ein Verhalten spiegelt Wertschätzung, Respekt und Liebe gegenüber dir selbst und jedem anderen wider. Denn über dich selbst hinaus hat das Essen auf dem Teller noch viel weitreichendere Auswirkungen auf die Welt und andere Lebewesen. Es beginnt aber alles bei und mit dir; mit Selbstliebe und somit auch Selbstfürsorge.

  • Was denkst du über deine eigene Ernährung?
  • Nimmst du dir Zeit zum Einkaufen, Zubereiten und zum Essen?
  • Isst du mit Reue oder mit Genuss?
  • Ist Essen für dich nur ein Akt der Notwendigkeit, um das Magenknurren zu stillen?

Wenn du anfängst, deine Aufmerksamkeit dem Essen zu schenken (Zeit zum Einkaufen, Zubereiten und Essen zu nehmen), dann wirst du automatisch bewusster im Umgang mit Ernährung. Vielleicht tauchen Fragen über das eigene Essverhalten oder das der Gesellschaft auf…ein erster Schritt ins Umdenken.

Ich glaube, dass „gesunde“ (achtsame, bewusste) Gedanken mit einer nahrhaften, ethisch und ökologisch vertretbaren Ernährung Hand in Hand gehen. Dann wird es einem auch nicht mehr schwer fallen, zwischen einem billigen Produkt aus der Massentierhaltung und einem qualitativ hochwertigerem Bioprodukt zu wählen. Das Essen kann zu einem richtigen Genuss im Leben werden, auch wenn es nicht immer die „gesündeste“ Speise ist; aber du entscheidest dich bewusst dafür; du bist damit in Einklang und wirst davon genährt.

 

 

 

 

 

~ Fazit: Deine Ernährung und Du ~


Wie du siehst: Nahrung ist soviel mehr als nur etwas, das den Hunger stillt. Es gibt eine nachhaltige Verbindung zwischen deiner Ernährung und dir selbst. Eines beeinflusst das andere. Dein Essen wird im wahrsten Sinne des Worte zu deinem Körper (Zellen), es gibt dir Energie und wirkt sich auch subtil auf dein Gedankengut und Wohlbefinden aus. Andersherum gesagt: Deine Gedanken und Gefühle bestimmen deine Handlungen, so auch die Auswahl der Lebensmittel.

Ein gesundes und glückliches Leben zu führen setzt voraus, dass man von innen heraus genährt ist. Stellst du dich zufrieden damit, dich nur „okay“ in deinem Körper zu fühlen, immer mal mit Schmerzen zu tun haben? Oder willst du dich vital, genährt, voller Energie und Vitalität fühlen? Die Ernährung ist ein wichtiger Aspekt der ganzheitlichen Gesundheit, die es dir ermöglicht, Vitalität und auch einen klaren Geist zu bekommen. Nahrung gibt dir Energie für Sport und Bewegung; Energie für eine erfüllende berufliche Laufbahn. Fühlst du dich richtig gut in deinem Körper, dann wirst du erfüllende Beziehungen führen können; du wirst den Zugang zu einer spirituellen Praxis finden können, das übrigens ein wesentliches Bedürfnis eines menschen ist. Du wirst letztlich Erfüllung in deinem Leben finden können.

Zurück zu der Frage „Du bist was du isst?“. Ich denke, dass die Nahrung einiges über uns aussagt; sich in gewisser Weise in Körper, Geist und Verhalten widerspiegelt. Die individuelle Ernährung ist Teil unseres Charakters, sie formt gewissermaßen unsere Persönlichkeit. Ich bin außerdem davon überzeugt, dass Nahrung vor Krankheit schützen und diese auch heilen kann. Wir Menschen sind schließlich von Natur aus dafür vorgesehen, gesund, glücklich und erfüllt zu leben. Mutter Natur gibt uns alles, was dazu nötig ist. Sowohl um gesund zu bleiben als auch um Erkrankungen zu lindern bzw. zu heilen.

“Eure Nahrungsmittel sollen eure Heilmittel,
und eure Heilmittel sollen eure Nahrungsmittel sein.“
(Hippokrates)

Was denkst du über dieses Zitat?

Vielen Dank, ihr Lieben, dass ihr diese „Reise“ auf meinem Blog mit mir geht.
Ich schicke euch eine große Umarmung und alles erdenklich Liebe!

Namasté,

deine Isabel!

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